Marisa – Tipp300 – Chronik einer Telefonabzocke

„Wie es anfieg weiß keiner so genau“ mit diesen Zitat der Fantastischen Vier aus „Saft“ fange ich meinen heutigen Blogeintrag an. Denn wann genau es Anfing kann ich mich nicht mehr so genau erinnern.

Es muss in Juni 2011 gewesen sein. Irgendwann im Juni erhielt ich einen Anruf von einer Dame, welche mir eine ganz neue Zeitschrift vorstellen wollte und das kostenlos. (Bei „Amazing Discoveries“ würden die Moderatoren sagen: FANTASTISCH!) Man wolle nur im Anschluss wissen, wie mir diese Zeitschrift gefallen würde. Widerwillig stimmt ich zu diese Zeitschrift mir anzuschauen, da die Dame mir zusicherte kein Abo einzugehen und auch keine Kündigung oder Widerruf zu tätigen.

Nach einiger Zeit bekam ich einen weiteren Anruf, wo man mich fragte ob die Zeitschrift eingetroffen wäre und wie ich sie fände. Ich verneinte dies. Die Dame sagte, sie würde wohl in den nächsten Tagen eintreffen. Dieser Anruf erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt erneut, mit dem gleichen Ergebnis. In diesen Zeitraum habe ich weder ein Schreiben mit den AGBs noch das Probeexemplar bekommen. Ich hatte die Geschichte schon zu den Akten gelegt, als ich im Juli einen Umschlag mit der Zeitschrift „Marisa“ erhielt, der Zeitschrift war eine Rechnung über 100 € beigelegt. Auf dieser habe ich dann meinen Widerspruch gegen dieses Abo sowie gegen die Fordernung gestellt und „mit Annahme verweigert“ zurück geschickt.

Es folgten weitere Zusendungen der Zeitschrift, sowie Mahnungen. Diese habe ich erneut mit „Annahme verweigert“ zurück geschickt. Bis ich im Dezember ein Schreiben von Marisa mit dem Datum vom 02.12.11 erhielt.

Habe aufgrund der Mahnungen natürlich zwischenzeitlich im Internet recherchiert und auf folgenden Beitrag bei dem Internetangebot von www.gutefrage.net gestoßen. Dort konnte ich nachlesen, wie auch andere Leute auf dieses Unternehmen „reingefallen“ sind.

http://www.gutefrage.net/frage/marisa-verlag-betrug

Dort kann man die ganze Masche nachlesen. Aber zurück zu meinem Fall.

Auf das oben gezeigte Schreiben habe ich dann nicht mehr reagiert. Und auf die nächste Instanz gewartet. Diese setzte sich am 10.01.2012 mit mir schriftlich in verbindung.

Als ich dieses Schreiben erhielt, hielt ich es für notwendig zu reagieren. Ich rief die angegebene Festnetznummer an. Vorher sah ich es nicht ein, eine kostenpflichtige Rufnummer 0900 anzurufen um meinen Ärger kundzutun. Der Dame am Telefon erläuterte ich mein Anliegen, dass ich der Forderung widerspreche, da kein gültiges Vertragsverhältnis vorliegt. Sie sagte man würde dies prüfen und wenn ich nichts hören würde, wäre die Sache erledigt.

Da ich selber in der Callcenterbranche gearbeitet habe und jetzt für ein Servicecenter einer Kreditbank tätig bin, weiß ich wo der Hase läuft. Also setzte ich folgendes schreiben auf:

CONDOR – Gesellschaft für
Forderungsmanagement mbH
Haus Philharmonie
Bahnhofstr. 63
67059 Ludwigshafen

Widerspruch der Forderung
Aktenzeichen xxxxxx

Sehr geehrte Damen und Herren,

wie telefonisch schon geschehen, widerspreche ich der oben angegebenen Forderung.

Die Forderung von Tipp 300 ist mir gänzlich unbekannt. Durch eine Internetrecherche habe ich herausgefunden, dass diese Firma kein unbeschriebenes Blatt ist. Ich habe keine Unterlagen zu Tipp 300 erhalten. Ich nehme an es handelt um die Glückzeitung „Marisa“, welche ich beim Zustellen der ersten Zeitschrift widersprochen und die Zeitschrift mit „Annahme verweigert“ zurückgeschickt hatte. Schon am Telefon hatte ich der Dame gesagt, dass ich kein Abo haben möchte. Sie wolle mir nur ein „Probeexemplar“ zusenden, welches ganz unverbindlich wäre und wenn ich das zurück schicke, kein Abo entstehen würde. Was ja dann auch eine Falschaussage war. Jegliche Schreiben und Zeitschriften, habe ich mit „Annahme verweigert“ an den Absender zurück geschickt.

Ich habe keine Unterschrift geleistet und es liegen mir keine Vertragsunterlagen zu der oben genannten Forderung vor. Der von Ihnen geforderte Betrag wird von mir schon deswegen nicht bezahlt, weil es insoweit an einem wirksamen Vertragsschluss fehlt.

Darüber hinaus wäre ein Vertrag auch wegen Sittenwidrigkeit nichtig, weil die von Ihrem Mandanten angebotene Leistung offensichtlich in einem krassen Missverhältnis zu dem verlangten Entgelt steht.

Hilfsweise und rein vorsorglich erkläre ich hiermit auch eine Anfechtung wegen Irrtums und arglistiger Täuschung. Das Angebot ist von vornherein darauf ausgelegt, den Kunden über die Kostenpflichtigkeit zu täuschen. Weiterhin war lediglich eine kostenlose Nutzung gewollt und kein kostenpflichtiges Abo.

Ich werde hier keinerlei Zahlung leisten. Es wird erwogen, das Unternehmen auf Schadensersatz in Höhe der durch meine Inanspruchnahme entstandenen Kosten in Anspruch zu nehmen.
Ein solches Vorgehen sowie strafrechtliche Schritte bleiben vorerst vorbehalten.
Nochmals möchte ich betonen, dass diese harschen Worte sich nicht gegen Ihr Unternehmen richten. Ich bin sehr verärgert darüber, dass ein Marketinginstrument so missbräuchlich genutzt wird und die uninformierten Kunden über den Tisch gezogen werden. Machen Sie bitte selbst eine Recherche im Internet, Sie werden sehen, dass ich nicht als Geschädigter nicht alleine bin. Ich denke Sie als Unternehmen haben auch einen Ruf zu verlieren. Lassen Sie sich nicht als Instrument von solchen dubiosen Unternehmen missbrauchen.

Mit freundlichen Grüßen

Auf meinen Anruf wurde prompt reagiert, auf meine Schreiben bisher noch nicht. Paar Tage später erhielt ich folgendes Schreiben mit Anhang.

Der erste Anhang:

Dieses Schreiben habe ich nie erhalten, ansonsten hätte ich schon längst reagiert.

Anhang 2:

Und die Stellungnahme von Tipp300, die sich jetzt Marisa nennen.

Man achte auf das Datum der Stellungnahme, etweder haben die von Wien nach Ludwigsburg eine Blitzpost oder das Schreiben wurde per Email verschickt. Auf diese Schreiben mit Anhang konnte ich einer Stellungnahme meinerseits nicht verzichten. Also setzte ich folgendes Schreiben auf:

 

CONDOR – Gesellschaft für
Forderungsmanagement mbH
Haus Philharmonie
Bahnhofstr. 63
67059 Ludwigshafen

Widerspruch der Forderung
Aktenzeichen xxxx
Ihr Schreiben vom 11.01.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit widerspreche ich der oben genannten Forderung aus folgenden Gründen.

  1. Wie ich im vorherigen Schreiben schon geschrieben habe, ist mit TIPP 300 gänzlich unbekannt und habe keinen Telefonanruf oder Internetregistrierung durchgeführt. Dies gilt zu beweisen.
  2. Ich hab das beigefügte Begrüßungsschreiben nie erhalten! Ein ordentlicher Erhalt diese Schreiben ist zu belegen!
  3. Hier ist nie eine Ware/Dienstleistung mit dem Name TIPP 300 – Glück-Magazin eingegangen.
  4. Ich habe Ihrem Mandanten nie eine Unterschrift getätigt.

Das Lustige ist das Ihr Mandant mit zwei Namen auftritt, wie in den beigefügten Schreiben ersichtlich ist. Wie in meinem ersten Schreiben ersichtlich, habe alle Korrespondenzen bzgl. Marisa die Annahme verweigert, und den Forderungen widersprochen.

In der Stellungnahme von „Marisa“ wurde Ihnen bestätigt, dass ein Telefonat mit mir geführt wurde. Zu diesen Datum und Uhrzeit kann es aber nicht geführt worden sein, da ich zu dieser Zeit unterwegs zur Arbeit war und nicht zu Hause. Dies kann ich ohne weiteres Bestätigen lassen, denn dafür gibt es Nachweise und Zeugen.

Ich werde keinerlei Zahlungen leisten, für Dinge dich nicht bestellt oder erhalten habe. Ich werde jetzt alle Korrespondenzen sammeln und die notwendigen Schritte einleiten. Einem gerichtlichen Mahnbescheid sehe ich gelassen entgegen.

Mit freundlichen Grüßen

Über GuteFrage.net habe ich Kontakt zu anderen Geschädigten aufgenommen. Einer hatte sich auch schon mit den Medien in Verbindung gesetzt. Der Betrag wurde dazu am 01.02.2012 auf Sat.1 gezeigt.

http://www.sat1.de/tv/akte/video/abzocke-gewinnspiele-clip

Worauf ich mich entschloss auch eine Email an Akte zu schicken.

Heute hatte ich folgende Email an Condor verschickt.

Hallo!

Hier ein toller Bericht von Ihrem „Mandaten“ und Ihrer Praktik! Genau der gleiche Vorgang, wie bei mir!

http://www.sat1.de/tv/akte/video/abzocke-gewinnspiele-clip

Ich hoffe mal nicht das Sie demnächst auch bei Akte 2012 erscheinen wollen.

Wie in meinen Schreiben vom 11.01.12 und 14.01.12 widerspreche ich der Forderung, da hier betrügerisches Vorgehen vorliegt und mir versucht wird ein Abo unterzuschieben.
Teilen Sie Ihren Mandanten mit, dass ich keine weitere Zusendung der Zeitschriften „Marisa“ oder wie die anderen Zeitschriften heißen mögen, wünschen. Ansonsten werde ich weiterhin die Annahme der „Magazine“ verweigern.

Wie schon im letzten Schreiben erwähnt, werde ich sämtliche Korrespondenz sammeln und an Akte 2012 weiterleiten. Sollten Sie weiterhin auf der Forderung bestehen, schicken sie mir bitte schnellstmöglich einen Mahnbescheid zu, damit ich widersprechen kann. Es existieren weder telefonische Zustimmung noch ein schrifliche Einverständniserklärung vor. Des weiteren ist es fraglich ob Ihr Mandant, meine Erlaubnis hatte mich telefonisch zu kontaktieren.

Leider hat die Email nicht die Qualität der oben genannten schreiben. Irgendwie habe ich wohl ein paar Fehler übersehen. Naja, shit happend. Ich glaube kaum, dass die Sache damit beendet ist. Wir werden sehen …. wie heißt es doch in Serien …. to be continued …

Update

Ein kleines aber feines Update zu der ganze Angelegenheit.

Ich habe heute folgendes Schreiben von Condor bekommen:

Das heißt der Ball liegt jetzt wieder bei Marisa. Ich bin mal neugierig, was jetzt noch von denen kommt. Man wird sehen.

 

Update

Stand: 29.06.2012 Keine weitere Korrepondenz von oben genannten Unternehmen erhalten.

Hier ein interessanter Link aus den Kommentaren:
http://www.mlw-law.com/erfolgreiche-klage-gegen-dsn-direct-sales-network-media-ltd-marisa-ihr-glucksratgeber.html

8 Kommentare

  1. Anonym

    Genau so ist es jetzt bei mir auch.
    Heute istder letzte Brief gekommen mit 4 Seiten.
    Genau mit der Unterschrift der Hanna Wagner
    Mit allem drum und dran.
    Drohungen und Kündigungsfrist.
    Wozu ich habe nichts bestellt und gekauft.
    Also niente.

    Antworten
  2. Anonym

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem sinnvollen, eloquenten und vor allem hilfreichen Ausführungen zur Marisa-Abzocke! Hier werden alle Geschädigten sicherlich hilfreiche Details und Tipps zur Bewältigung ihres eigenen "Falles" finden. Danke dafür!

    Antworten
  3. Anonym

    Habe auch eine Rechnung deselben Firma erhalten, aber nie etwas abgeschlossen. Diese Firma ist mir völlig unbekannt

    Antworten
  4. Anonym
  5. Anonym

    Habe auch schon meine Erfahrungen mit dem Abo Marisa gemacht! Habe die Zahlungen verweigert. Schreiben der Inkassofirma und Schreiben derer Rechtsanwälte wurden konsequent ignoriert! Zuletzt bot man sogar eine Ratenzahlung an! Ich hatte damals 2011
    ausdrücklich ein Abo verneint, nutze aber nichts. Ich bekam sozusagen ein Zwangsabo!
    Im Januar habe ich die Firma in Form des Geschäftsführers und aller irgendwie namentlich involvierter wegen Betruges angezeigt. Der Fall läuft noch gegen eine Vertriebsfirma, welche uns die Abos reindrückte.
    Übrigens wurden für Mahnungen nicht nur Briefbögen von Marisa benutzt, sondern auch 1x von Tipp300! Alles ein und die selbe Firma!

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  6. Anonym

    Hallo an alle

    ich habe dieses shit auch durchmarschiert.
    Natürlich habe ich nix bezahlt, auf die Rechnungen – nur WIDERSPRUCH und Aufforderung mich vor dem Gericht zu verklagen.

    Statt eine klage immer wieder neue Drohungen Condor SPINNER nach fast 2 Jahren lustigen Spiel war festzustellen : ein Haufen Versand Kosten Condor IDIOTEN – Möchtegerne Detektei

    Und NIX von mir erhalten. An eine Anwältin 49 € für Beratung nur, aber der Spass war jeder Cent wert.

    Fazit an alle die von dieser PEST überfallen werden : egal Tip300 Marissa oder Condor :
    Ihr solltet diese Dreckschweine IGNORIEREN

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  7. Anonym

    Hallo Anonym :

    schreib ein Kurzer Widerspruch mit der Aufforderung – die sollen Dich vor dem Gericht zu verklagen.
    Statt Dich zu verklagen werden 6-7 Monaten – mit immer neuen Drohungen, sogar mit dem Einigung Angebot anschreiben : hab bitte nur Spass und schmeiss die ese Post in die Mülltonne.

    Bei den Behörden sind die bereits gut bekannt und werden NIEMALS irgenjemanden verklagen ALS BEREITS BEKANNTEN BETRÜGER

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  8. Anonym

    Hallo –vielen Dank an alle betroffenen die hier ihren Kommentar abgegeben haben. Als betroffener war es für mich sehr hilfreich diese Kommentare zu Lesen. Ich werde natürlich auch nicht Bezahlen, da ich nicht gewillt bin mich von diesen Elementen über den Tisch ziehen zulassen.

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